Saarbrücken |
| Homburg |
| Neunkirchen |
| Sulzbach |
Dillingen |
| Merzig |
| St. Wendel |
| Püttlingen |
»Multiple Sklerose – Eine Zeitreise« ist eine ausführliche, spannende Geschichtsschreibung, die über alle wichtigen Stationen dieser Krankheit und über all die Menschen, die mit ihr in einer engen Beziehung stehen, lebendig und bewegend berichtet. Die Besucher erleben im Zeittunnel die faszinierende Erforschung der Erkrankung mit. Der Zeittunnel wurde konzipiert und erarbeitet von DMSG-Bundesverband und AMSEL (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter in Baden-Württemberg).
Diese Zeitreise durch die Geschichte der Multiplen Sklerose zeigt Erfolge und Misserfolge in Forschung, Diagnostik und Therapie über die letzten Jahrhunderte. Sie schildert Schicksale – und zeigt den starken Willen, die immer noch rätselhafte Erkrankungen besser zu verstehen und zu besiegen.
Mut machen die Erkenntnisse der jüngsten Zeit. Auf ihnen basierend wagt diese Zeitreise auch einen Blick darauf, wie sich die Geschichte der MS zukünftig entwickeln könnte.
in Zusammenarbeit mit der Frauenklinik des Klinikums und der SHG-Klinik Sonnenberg
Beginn 14 Uhr im Casino des Klinikums
Alltägliche Probleme bei MS
Vortrag von Monika Emich-Schug, Ernährungsberaterin
Vorgestellt wird, was unter gesunder Ernährung verstanden werden kann, welche Kalorienzufuhr sinnvoll ist, was unter Normalgewicht zu verstehen ist, wie Mahlzeiten über den Tag verteilt werden können oder sollen, welche Fette besser, welche schlechter sind, welche Eiweißzufuhr wichtig ist. Zudem wird auch auf den Sinn oder Unsinn von MS-Diäten eingegangen und schließlich werden Beispiele gegeben für einen ausgewogenen Speiseplan.
Vortrag von Priv. Doz. Dr. Dieter Mink
MS ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems bei jungen Erwachsenen. Partnerschaft, Sexualität, Familiengründung und eigene Kinder sind daher zentrale Themen in der Krankheitsbearbeitung. Der Vortrag geht auch auf sexuelle Funktionsstörungen und mögliche Maßnahmen ein.
Vortrag von Dr. Thomas Vaterrodt, Chefarzt
Ausgehend von der Definition der Fatigue wird auf die möglichen Ursachen, den Zusammenhang mit MS und diagnostische Verfahren eingegangen. Außerdem werden die aktuellen Therapiemöglichkeiten vorgestellt und Tipps zur Selbsthilfe gegeben.
Vortrag von Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer, Chefarzt
Das Gehirn ist plastisch und kann daher Schädigungen bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Das Fortschreiten einer MS kann in vielen Fällen wirksam durch eine Prophylaxe verhindert werden. Im Alter wird das Gehirn aber durch weitere Erkrankungen gefährdet. Eine MS schützt z.B. nicht vor Durchblutungsstörungen. Kommen beide Krankheiten zusammen, kommt es zu zusätzlichen Behinderungen. Oft werden erste Zeichen dieser zweiten Erkrankung auf die MS geschoben und zu spät wahrgenommen. Durchblutungsstörungen haben auch Risikofaktoren – auch und gerade für MS- Patienten mit heute guter Prognose lohnt es sich darauf zu achten und sie zu meiden.
in Zusammenarbeit mit dem Neurologen Dr. Arne Holle, Saarbrücken
Beginn 10 Uhr
Vortrag von Dr. Christian Belau, Chefarzt
Gefragt wird nach der Rolle des Immunsystems, welche physiologischen und pathologischen Immunreaktionen es gibt, was eine Autoimmunreaktion bedeutet, welche Veränderungen des Immunsystems durch die MS erfolgen und nach der Bedeutung des Immunsystems für die Therapie. Schließlich werden immunologische Angriffspunkte der Therapie vorgestellt.
Vortrag von Dr. Arne Holle, niedergelassener Nervenarzt
Vorgestellt werden die typischen Symptome im frühen Krankheitsverlauf, die verschiedenen Verlaufsformen sowie typische Symptome in späteren Krankheitsstadien. Es wird Auskunft gegeben über die Prognose eines MS-Verlaufes und die Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf durch die verschiedenen Therapien zu beeinflussen.
Vortrag von Dr. Melanie Seiller, Assistenzärztin der Neurologischen Klinik
Es werden die Behandlungsmöglichkeiten im Sinne der symptomatischen bzw. kausalen Therapie (Schub-Behandlung, Langzeit-Behandlung, immunmodulatorische Stufentherapie, neue Ansätze und Medikamente, physikalische u.a. Therapien) vorgestellt und der Frage nachgegangen, ob MS heilbar ist.
Vortrag von Dr. Christian Belau, Chefarzt
Im Mittelpunkt des Vortrages steht der Aspekt der Lebensqualität. Thematisiert werden Diagnosesicherheit und Lebensplanung, Berufswahl und berufliche Zukunft, d.h. mögliche Auswirkungen der Erkrankung auf die Berufstätigkeit. Zentral werden auch Themen sein wie Familienplanung und Kinderwunsch sowie sozialversicherungsrechtliche Aspekte.
Beginn 14 Uhr
Vortrag von Dr. Wolfram Sühs
Ausgehend von Tysabri, der neuesten zugelassenen Therapie, werden aktuelle Therapieentwicklungen und klinische Studien vorgestellt. Zum einen werden andere therapeutische Antikörper angesprochen, die an Oberflächenstrukturen von Immunzellen binden, zum anderen Studien vorgestellt, die orale Therapiemöglichkeiten testen.
Vortrag von Priv. Doz. Dr. Ricarda Diem, Oberärztin
Vorgestellt wird das Konzept der »Neuroprotektion« (Schutz von Nervenzellen und deren Fortsätzen) bei der MS. Davon ausgehend werden Substanzen aufgezeigt, die sich als mögliche neuroprotektive Therapien eignen. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Erythropoietin liegen.
Gesprächsrunde mit Ärzten und Therapeuten
in Zusammenarbeit mit der Urologie des Klinikums
Beginn 10 Uhr
in der Personalcafeteria im Erdgeschoss
Vortrag von Dr. Nasrin Rasch, Oberärztin
Kernspin, Liquorpunktion und evozierte Potenziale sind die Standards in der apparativen Diagnostik, ergänzt durch die Symptomatik (Klinik), die ein Erkrankter schildert. Neben der Basis-Schubtherapie mit hochdosiertem Kortison, den Prophylaxen mit Interferon, sind die Chemotherapeutika zu nennen, ergänzt durch Natalizumab (Tysabri®). Es stehen medikamentöse und nicht-medikamentöse Mittel für eine symptomatische Therapie zur Verfügung. Die Forschung beschäftigt sich mit oralen Präparaten sowie spezifisch wirksamen Immunmodulatoren.
Vortrag von Dr. Christoph Lang, Oberarzt
Inkontinenz und Harnblasenentleerungsstörungen können sowohl als direktes Symptom bei MS auftreten, auch als zusätzliche Erkrankung für MS-Patienten zu einem schwerwiegenden Problem werden. Präsentiert werden diagnostische und therapeutische Strategien zur individuellen Behandlung der Erkrankung des unteren Harntraktes.
Anschließend Fragerunde
in Zusammenarbeit mit Martin Battlehner, Neurologe, Saarbrücken
Beginn 10 Uhr
Vortrag von Dr. Michael Gawlitza, Chefarzt
Der Vortrag thematisiert Grundsätzliches zu den etablierten Therapien (Schub, verlaufsmodulierend, symptomatisch), stellt die verschiedenen Verläufe und deren Therapiemöglichkeiten vor.
Einführung durch Gisela Groß, MSCS
Die Fragen und Themenwünsche der Teilnehmer werden notiert. Aus den Eintragungen wird die Diskussion am Nachmittag gestaltet.
Gezeigt wird der Spielfilm des DMSG-Bundesverbandes/AMSEL, in dem die Diagnose der MS und die Verarbeitung der Erkrankung anhand der Geschichte einer jungen Frau gezeigt wird.
Gezeigt und erläutert werden MRT (Magnetresonanztomographie)–Bilder der verschiedensten Stadien und Schwergraden von MS-Verläufen.
Ausgehend von den Themen und Fragen der Teilnehmer (Flipchart-Galerie) werden Antworten gegeben und die Diskussion mit dem Publikum geführt.
in Zusammenarbeit mit der CTT-Fachklinik St. Hedwig, Illingen, und Dr. Thomas Eder, Neurologe, Dillingen
Beginn 15 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Stefan Jung, Chefarzt
Im Vergleich zu Spastik, Ataxie oder Sehstörungen sind MS-Symptome wie Fatigue, Depression und Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit mit einfachen anatomischen Schemata der Nervenbahnen schwer erklär- und greifbar und bleiben oft abstrakt. Auch sind sie in der ärztlichen Untersuchung nur durch aufwändige oder spezielle Untersuchungen quantifizierbar. Beides sind Gründe, weshalb diese Symptome zu selten festgestellt und behandelt werden, obwohl sie häufig sind und Patienten schwerwiegend beeinträchtigen können.
Die Vorträge in Dillingen werden über Beschwerden, Ursachen und therapeutische Möglichkeiten dieser Symptomkomplexe informieren.
Vortrag von Dr. Thomas Eder, niedergelassener Nervenarzt
Vortrag Dr. Klaus Herz, Chefarzt
Leben trotz MS oder leben mit MS? Wie können medizinische und therapeutische Anforderungen, die sich aus einer fortschreitenden Erkrankung ergeben, mit dem persönlichen Lebensstil in Einklang gebracht werden, wie kann ich Stress aus dem Weg gehen, wie Belastungen eingrenzen, die auf die Krankheit Einfluss haben können?
Die Vorträge von Dr. Eder und Dr. Herz gehen auf andere Maßnahmen der Tages- und Lebensgestaltung ein, die helfen, die MS in ein selbstbestimmtes Leben zu integrieren.
Beginn 10 Uhr
Vortrag von Dr. Roland Anderheiden, Oberarzt
Es gibt kaum MS-Patienten, die auch bei langjährigem Verlauf ihrer Erkrankung von Ataxie und Spastik völlig verschont bleiben. In Verbindung mit den zumeißt auch vorhandenen Kraftminderungen sind es maßgeblich diese zwei Syndrome, die zu wechselnden Anteilen und häufig miteinander die Beweglichkeit der Betroffenen einschränken. Der Vortrag soll zunächst dazu dienen, die beiden Syndrome, ihre Ursachen und Erscheinungsformen sowie ihre Alltagsrelevanz laienverständlich zu erklären. Sodann wird ein aktueller Überblick über die verfügbaren medikamentösen, rehabilitativen und chirurgischen Therapien gegeben sowie in Zusammenarbeit mit den Physiotherapeutinnen vor Ort über Strategien zur Alltagsbewältigung.
Anschließend Fragerunde mit Dr. Anderheiden
Ilona Wehrhausen, Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin der DMSG
In offener Runde können Fragen zum Leben mit MS, zur Bewältigung der Erkrankung, zu den Selbsthilfeangeboten der DMSG, zu sozialrechtlichen Themen und vieles mehr gestellt werden.
Die Veranstaltung findet im Personalcasino statt.
in Zusammenarbeit mit Dr. Ulrich Schreier, Urologe, St. Wendel
Beginn 10 Uhr
Chefarzt Dr. Ulrich Jobst
Vortrag von Dr. Berthold Neu
Vortrag von Dr. Ulrich Schreier
Vortrag von Birgit Dewes, Pflegedienstleitung (DMSG)
Anschließend Podium für Fragen
Blasenstörungen stellen für viele MS-Betroffene ein großes Problem dar, werden aber auch im Gespräch mit dem Arzt oft verschwiegen. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Therapiemöglichkeiten, wenn die Art der Störung gut diagnostiziert wurde. Für diese Diagnostik ist neurologischer, rehabilitativer wie auch urologischer Sachverstand vonnöten.
Also reden wir doch offen darüber!
Störungen der Blasenfunktion haben erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität. Als Anregung bieten wir die Therapiemöglichkeiten aus Sicht der Reha-Klinik, des niedergelassenen Urologen und der ambulanten DMSG-Pflegekräfte. In Ergänzung der fachärztlichen Tätigkeit werden alltagspraktische Lösungen mit Betroffenen und Angehörigen gesucht. Die regelmäßig in den Häuslichkeiten stattfindenden Beratungen dienen u.a. der Beantragung von Hilfsmitteln und dem Ziel, den Alltag zu erleichtern.
Die Entspannungstherapie für MS-Patienten an den Bosenberg Kliniken
Selbsterfahrung für alle Interessierten
Frank Eigner, Birgit Schubmehl, Anke Bier – Therapeuten der Bosenberg Kliniken
Informationen zu Klinik und Reha
Beginn 9.30 Uhr
Vortrag von Dr. Helmut Jäger, Chefarzt
Das umfassende Therapiekonzept beinhaltet neben der medikamentösen Therapie eine Vielzahl von therapeutischen Methoden zur Verbesserung der Lebenssituation der Patienten.
Die Möglichkeiten der symptomatischen Therapie, der Rehabilitation, der sozialmedizinischen Maßnahmen sowie der Pflege- und Palliativ-Therapie werden erläutert und diskutiert.
Insbesondere wird die »nichtmedikamentöse Therapie« von Schmerzen und Sensibilitätsstörungen, Spastik und Paresen, Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Ataxien, Dysarthrie und Dysphonie sowie dem Fatique-Syndrom dargestellt.
Anschließend Fragerunde mit Dr. Jäger
»Multiple Sklerose – Eine Krankheit mit tausend Gesichtern« ist ein Projekt, bei dem am 2. saarländischen MS-Tag Portraitaufnahmen von möglichst vielen MS-Erkrankten, Angehörigen, Helferinnen und Helfern (Ärzte, Krankenpfleger und -schwestern, Therapeuten etc.) gemacht werden, die von der DMSG für eine Veröffentlichung vorgesehen sind.
Gezeigt werden soll das menschliche Antlitz der Krankheit, der Einzelne, nicht die Krankheit, nicht ein Symptom, nicht eine Behinderung.